Titel dieser Seite: Wettbewerb: Jakobsplatz, München

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Beschreibung

Gemeinsam mit Dipl.-Ing. Karin Schwarz Viechtbauer.

Städtebauliche Situation
Aus städtebaulichen Gründen schlägt das gegenständliche Projekt die Errichtung des jüdischen Zentrums - mit Ausnahme des jüdischen Museums - in konzentrierter Form auf der bestehenden Baulücke zwischen Jakobsplatz Nr. 15 und dem Parkhaus Oberanger 35 vor: Dadurch erhält der Platzraum seine notwendige Schließung bzw. Platzwand an diese Stelle.

Die Differenzierung der einzelnen Funktionseinheiten des jüdischen Zentrums erfolgt innerhalb der Großstruktur, durch Stapelung, Staffelung und Verschwenkung der Baukörper sowie durch unterschiedliche Fassadengestaltung.

Zur Dynamisierung und Strukturierung des Platzraumes kragen einzelne Bauteile in den Platz, ohne jedoch wertvolle Erdgeschossflächen zu beanspruchen.

Der weit in den Platz ragende Bauteil der jüdischen Schule ruht optisch - wenn auch nicht statisch - auf einem begrünten "Stadthügel", der das Freiraumangebot der Schule nachhaltig verbessert. Der "Stadthügel" ermöglicht das Nebeneinander einer städtisch - befestigten Platzanlage mit einem großzügigen, naturnahen Spiel- und Erholungsraum. Der "Stadthügel" ist gleichzeitig "Spielhügel" und weist Spiel- und Bewegungsangebote für alle Altersgruppen auf. Der Stadthügel durchbricht formal den befestigten Platzraum.

Jüdisches Zentrum
Das jüdische Zentrum ist eine differenzierte Stapelung der Funktionseinheiten.

Jene Einheiten, die eine Raumhöhe von 6 m benötigen (Gemeindesaal, Turnsaal), werden bis zu den möglichen 4 Metern abgesenkt und erhalten Oberlichter auf EG- Niveau.

Darüber sind die zentralen Funktionen Synagoge und Koscheres Restaurant angeordnet; dazwischen liegt die zentrale Eingangszone, aus der Restaurant und Synagoge über Rampen erschlossen werden. Das Restaurant hat eine Terrasse zum Platz und kann auch von dort erschlossen werden. Es kann den darunter liegenden Gemeindesaal und die darüber liegende Mensa der Schule andienen.

Die zentrale Eingangszone ist eine Verteilerhalle mit den notwendigen Sicherheitseinrichtungen, von wo alle Funktionseinheiten des jüdischen Zentrums über eigene Stiegenhäuser, Lifte bzw. Rampen erreicht werden.

Die darüber liegenden Baukörper umfassen:
  • 2- zügige Grundschule und Volkshochschule: ... 1. und 2.OG
  • 5 - gruppige Kindertagesstätte und Jugendzentrum: ... 1. und 2.OG
  • Verwaltung der IKG und Wohnungen für Rabbiner sowie Hausmeister: ... 3. OG

Die Pausen- und Freiflächen für Schule und Kindertagesstätte befinden sich als Innenhöfe auf dem Dach der Eingangszone.

Jüdisches Museum
Die Anlage des jüdischen Museums berücksichtigt die vom jüdischen Zentrum unabhängige Trägerschaft. Es soll als Bindeglied zwischen jüdischem Zentrum und Stadtmuseum, unterirdisch, mit eigenem Eingang vom Platz, und durch ein großzügiges, begehbares und mit dem Platz niveaugleiches Glasdach natürlich beleuchtet, errichtet werden.

Stadthügel
Ein zentraler Stadthügel dient als Spielhügel und Aussichtspunkt. Nach Norden hin ist der Hügel "offen" um im Winter als Rodelhügel zur Verfügung zu stehen. Hier beginnt auch der Hauptweg auf den Hügel (behinderten- und Kinderwagengerechter Rampenaufstieg) sowie ein "Kletterwald"/ Seiledschungel zum höchsten Punkt. Als "Eingangssymbol" dient die sich drehende "Doppelhelix bzw. der "Wasserstrudel". Den Aussichtspunkt bilden sich wiegende Sitz/Spielobjekte Geländemodulationen unterstützen Spielaktivitäten; der gegenständliche Spielhügel bietet Geländerutsche, Arena, Klettermöglichkeiten, Wasserlauf mit Staustufen, Sprunggrube sowie Weidentunnel zur Hangbefestigung. Die Spielbereiche richten sich nach den Funktionen der benachbarten Gebäude. So ist dem Altersheim die ruhige Spielzone (Sinneserfahrungen) mit Sitznischen sowie der Kleinkindbereich zugeordnet. Eine Wasserfläche stellt die Grenze zum Spielbereich für größere Kinder dar: unterschiedliche Aufstiegsmöglichkeiten (Rampen, Klettersteine) , eine Sprunggrube sowie eine offene Arena/ Freiluftklasse (beschattet durch den vorliegenden auskragenden Baukörper) sind dem Schulbereich zugewandt. Der Entwurf berücksichtigt soweit wie möglich den Baumbestand

Platzgestaltung
Die städtisch - befestigte Gestaltung des Platzes nimmt die unterschiedlichen Häuserfluchten am Platz auf und bildet sie in der Bodengestaltung ab. Die entstehenden Streifen werden von färbigen, in der Nacht leuchtenden Glasstreifen gebildet. Die Pflasterung der verbleibenden Platzfläche erfolgt durch großflächige Granitplatten (200 cm x 200 cm).

Daten und Fakten

Art des Wettbewerbs Internationaler offener, einstufiger Ideen- und Realisierungswettbewerb
Thema Wettbewerb für den St. Jakobs- Platz in München mit dem dort vorgesehenen Jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrum sowie dem städtischen Jüdischen Museum
Abgabe 29.08.2000
Konsulenten Dipl.-Ing. Vesna Urlicic
Mitarbeiter Cand. Arch. Florian Lang
Cand. Arch. Johann Brunnbauer
Resultat 2.Runde