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STADT STRUKTURPLANUNG MÖDLING
 

BESCHREIBUNG

NUTZUNGSNEUTRALER STÄDTEBAU

Der nutzungsneutrale Städtebau ist die einzig sinnvolle Art bei der Neuplanung eines Stadtviertels bzw. eines Stadtteilgebietes.

Anlehnungen können bei den Gründerzeitvierteln von Wien oder Berlin genommen werden.

Bei den Gründerzeitviertel sind es Blöcke die mittels Blockrandverbauung verbaut oder für einen Platz oder einen Park freigehalten werden.

Bei der vorgeschlagenen Planung handelt es sich um Volumen (=zwei- bis dreigeschossige Stadtvillen), die eine differenzierte Architektur mit unterschiedlicher Nutzung ermöglichen. Diese Volumen können mit unterschiedlichen Formen, Farben und Funktionen gefüllt werden.

 

 

STRASSENQUERSCHNITTE

Charakteristisch für die bereits bestehenden Straßen im Gemeindegebiet sind die baumbestandenen ein- bzw. zweispurigen Anliegerstraßen mit ca. 150cm breiten Gehsteigen und Parkstreifen an einer oder beiden Seiten.

Bei der Neuplanung von Straßen wird daher die Idee der baumbestandenen Straße aufgenommen. Zusätzlich wird jedoch auch an – zumindest – einer Seite ein Fahrradstreifen angeordnet und breite Gehsteige errichtet.

 

Die Straßen im Planungsgebiet wurden einer entsprechenden Hierarchie unterlegt:

 

  • Hauptverkehrsstrasse

  • Verkehrsstrasse

  • Sammelsstrasse

  • Anliegerstrasse

  • Anliegerstrasse – Wohnstraße

  • Anliegerstrasse – Wohn- und Ladenstraße

  • Wohnweg

 

 

LADENSTRASSE - GRUTSCHGASSE

Zentrum des neuen Stadtteils ist kein Platz sondern eine, für die dörflichen Gemeinden rund um Wien typischen, Laden- bzw. Einkaufsstraße.

Ein 10m breiter Straßenquerschnitt wird multifunktional von Fußgehern, Radfahrern, Skatern, zum Einkaufen, Spielen und zum Verweilen genutzt.

 

Die Ladenstraße sichert die Nahversorgung und bietet Platz für zusätzliche Gastronomiebetriebe.

 

Die Ladenstraße ist verkehrsberuhigt und darf nur für die An- bzw. Ablieferung bzw. durch den öffentlichen Bus eingeschränkt benutzt werden.

 

Die Oberfläche der Ladenstraße wird einheitlich gestaltet und die vorhandenen Bäume in die Straßengestaltung integriert. Durch Spielgeräte, Kunstwerke und Brunnen werden zusätzliche Attraktionen geschaffen.

 

Auf einer oder auf beiden Seiten befinden sich zwei- bis dreigeschossige Gebäude.

 

Bei Bedarf kann die Ladenstraße - durch ausladende Vordächer von den Gebäuden - teilweise überdacht werden. Damit kann die Ladenstraße auch bei schlechten Witterungsverhältnissen frequentiert werden und erhöht damit die Attraktivität der Ladenstraße und erhöht damit auch die Bedeutung des Stadtteilzentrums für Mödling.

 

Begleitend zur Ladenstraße befindet sich eine Tiefgarage, die die Versorgung mit Stellplätzen für die im Einzugsbereich befindlichen Ladengebäude und Stadtvillen, übernehmen soll.

 

 

FLIEGERSPITZ

Der Umbau erfolgt in Form eines Kreisverkehrs.

Dies ist die einzig sinnvolle Verkehrslösung für eine fünfstrahlige Kreuzung.

Im Zentrum des Kreisverkehrs wird das Kriegerdenkmal verlegt.

 

MARKTPLATZ
Am nördlichen Ende der Ladenstraße, vor der Einmündung in die Guntramsdorfer Straße befindet sich eine öffentliche Fläche, die durch die Stadt Mödling gestaltet wird.

Diese Fläche kann für verschiedene kulturelle, gewerbliche, freizeitrelevante und gastronomische Nutzungen verwendet werden.

Für diesen Bereich können durch einen vertiefenden Gestaltungswettbewerb noch tieferführende Ideen eingeholt werden.

Im vorliegenden Beispiel handelt es sich um eine multifunktional verwendbare Fläche die mit fixen Marktständen versehen wird. Eine Tiefgarage unter der Marktfläche dient der Versorgung durch die Kunden, die Angestellten und die Anrainer.

Die Fläche soll für Weihnachts- und Ostermärkte sowie für einen einmal in der Woche stattfindenden Bauernmarkt verwendet werden.

 

 

BEBAUUNG

Die Bebauung des Wettbewerbsgebietes erfolgt einheitlich mit Stadtvillen und Ladengebäuden. Diese können den geforderten Bedarf für Handel, Gewerbe, Bildung, Freizeit, Tourismus, Kultur und Wohnen angepasst werden.

Die Grundform der Bebauung ist einheitlich quadratisch bzw. rechteckig. Die Gebäude unterscheiden sich jedoch in Material, Farbe und  der Formen voneinander und können so gut an die jeweilige Nutzungsfunktion und Bauherrenwünsche angepasst werden.

 

STADTVILLEN

Es handelt sich dabei um 13 x 13m große und zwei bis dreigeschossige Gebäude die den in Mödling typischen Villengebäuden nachempfunden sind.

Die Grundform ermöglicht unterschiedliche Grundrisse und Nutzungen. Die Villen können als Wohnungen, Gewerbe- oder Bürogebäude genutzt werden.

Diese Form ermöglicht auch langfristig die Anpassung an immer wieder neue Erfordernisse.

 

Eine angedachte Möglichkeit ist die Ausführung der Stadtvillen im sogenannten „Edelrohbau“. Dadurch können die Investitionskosten durch den Bauträger gering und die Möglichkeiten für die Nutzer offen gehalten werden.

 

LADENGEBÄUDE

Die Ladengebäude sind auf einem Raster von 4 x 4m aufgebaut.

Durch die Skelettbauweise kann das Gebäude immer wieder an die Nutzungen angepasst werden, da ja nur die Stützen und Decken fix sind, die Zwischen- und Außenwände jedoch verändert werden können.

 

Das Erdgeschoss wird überwiegend als Geschäft oder Lokal genutzt werden.

Der 1. und 2.Stock wird überwiegend als Büro oder Wohnung genutzt werden.

 

Auch diese Gebäude können aus Einsparungsgründen bzw. aus Gründen der besseren Nutzung durch den Eigentümer oder Mieter im Edelrohbau errichtet werden.

Je nach Wunsch und Bedarf statten sich die Eigentümer oder Mieter die Wohnungen, Büros bzw. Geschäfte nach ihren eigenen Vorstellungen aus.

 

 

 

STÄDTEBAULICHE IDEE

Zur Umsetzung des städtebaulichen Entwurfes werden – in Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten – drei Phasen ausgearbeitet.

Der städtebauliche Entwurf nimmt das bestehende Straßennetz auf, vervollständigt  es und unterlegt es einer Hierarchie.

 

Die geplanten Gebäude sind in Größe und Volumen den in Mödling vorhandenen Gebäuden angepasst. Dadurch wird verhindert, dass Megastrukturen den vorherrschenden Gartenstadtcharakter durch eine zu starke Verstädterung zerstören.

 

PHASE I (kurzfristig)

Bereits die erste Phase  ermöglicht ein funktionierendes Stadtteilzentrum mit Ladenzone, diversen Straßen und Wegen, sowie bebaubare Grundstücksflächen.

Die Kreuzung am Fliegerspitz soll bereits in der ersten Phase hergestellt werden.

 

PHASE II (mittelfristig)

In der zweiten Phase erfolgt die weitere Integration des neuen Stadtteilzentrums in die Umgebung durch die Vervollständigung weiterer Straßenzüge sowie die Ausdehnungen der Stadtvillen.

Die Technikerstraße wird normal an die Gumpendorfer Straße angebunden.

Die betroffenen Bereiche werden in der Phase I durch Kreise dargestellt.

 

PHASE III (langfristig)

In dieser Phase erfolgt die vollkommene Integration des städtebaulichen Konzeptes in die Umgebung. Das Ergebnis ist eine Gartenstadt mit Punkthäusern und einem hierarchisch strukturierten Verkehrsnetz.

Der neu geschaffene Camillo Sitte Ring wird als Anliegerstraße – Wohnstrasse fertig gestellt und bildet damit das Zentrum des neuen Stadtteiles.

Die Ausdehnung der Stadtvillen erfolgt in den in der Phase II durch Kreise dargestellte Bereiche.

 

TECHNIKERSTRASSE

Die bestehende Baumreihe in der Technikerstraße wird vor der HTL ergänzt und ein Radweg auf der Seite der HTL eingerichtet. Dieser Radweg wird an die ebenfalls neu eingerichteten Radwege in der Grutschgasse und im Camillo Sitte Ring angebunden.

In Hinblick auf die hohe Schülerfrequenz durch die HTL wird die Technikerstraße durch Rampen im Bereich der querenden Straßen (Grutschgasse und Camillo Sitte Ring) verkehrsberuhigt.

Daten & Fakten
1999

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